Konfliktlösung ohne Prozess: „Gerichtsnahe“ Mediation

Die Lösung von Konflikten ohne Gerichtsprozesse auch in scheinbar „verfahrenen“ Auseinandersetzungen nimmt an Bedeutung zu. Das zeigt sich u.a. in der Gründung des „Verbandes für Mediation gerichtsanhängiger Verfahren (VMG)“.

Mediation ist ein vertrauliches freiwilliges Verfahren, in dem Konfliktparteien ihre Meinungsverschiedenheiten unter Mitwirkung von sog. „Mediatoren“ als neutrale Dritte eigenverantwortlich regeln. Die Vorteile: raschere Entscheidungen, keine Fremdbestimmtheit, keine dauerhafte Zerstörung der Geschäftsbeziehung, absolute Vertraulichkeit, eine hohe Erfolgsquote und überschaubare Kosten.

In der „Wirtschaftsmediation“ werden solcherart unternehmerische Streitigkeiten beigelegt.

Der „VMG“ sieht seine Aufgabe vor allem darin, die Mediation von gerichtsanhängigen Streitigkeiten zu fördern, eine nachhaltige Qualität solcher Mediationen zu sichern und neue gesetzliche Rahmenbedingungen zu initiieren. In Zusammenarbeit mit einer Reihe von Gerichten werden bereits seit einigen Jahren vielversprechende Pilotprojekte realisiert. Dass die Mediation dabei in acht von zehn Fällen zu einem Abschluss des Gerichtsprozesses führte, zeigt das Potential dieser Methode – und das bei einer durchschnittlichen Verfahrensdauer von nur vier Monaten.

Rechtsanwalt und SCWP Schindhelm-Partner Dr. Alexander Wöß, seit über zehn Jahren in die Bundesliste beim Justizministerium eingetragener Mediator, hat sich dem VMG jüngst angeschlossen. Gerade als erfahrener Streit-Anwalt ist er von den Vorteilen der Mediation überzeugt: „Im VMG bündeln sich Kompetenz und Engagement. Zudem werden neue Wege in der kooperativen Bereinigung von Konflikten begangen. Die unmittelbare Zusammenarbeit mit den Gerichten ist dabei von zentraler Bedeutung. Gerichtsurteile sind ja unter Umständen ein hartes Los. Die Streitparteien wissen aber oft viel besser selber, was sie brauchen oder wollen. Die Mediation ist ein tolles Instrument, Lösungen außerhalb des Gerichtes zu finden. Vom Gerichtsurteil hin zum individuellen Mediationsvergleich: ein sinnvoller Paradigmenwechsel!“


Autor: Alexander Wöß (Linz)