GmbH Light – Senkung des geforderten Stammkapitals von EUR 35.000 auf EUR 10.000?

Schon seit einigen Jahren wird auch für Österreich die Herabsetzung des Mindeststammkapitals zur Gründung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) diskutiert. Nun liegt ein neuer Begutachtungsentwurf des Bundesministeriums für Justiz vor („GesRÄG 2013“), der bereits mit 01.07.2013 in Kraft treten könnte. Damit sollen Neugründungen gefördert werden.

Derzeit beträgt das Mindeststammkapital zur Gründung einer GmbH in Österreich EUR 35.000,--. Davon ist zumindest die Hälfte einzubezahlen. Dieses Stammkapital und die damit verbunden Gründungskosten sind im europäischen Vergleich relativ hoch (das erforderliche Mindeststammkapital liegt im EU-Durchschnitt bei ca. EUR 8.000,--). Die österreichische GmbH steht daher nach Ansicht des Gesetzgebers im verschärften Wettbewerb mit den Gesellschaftsformen anderer Mitgliedsstaaten und künftig möglicherweise auch mit der Europäischen Privatgesellschaft. Mit dem GesRÄG 2013 soll die GmbH als Gesellschaftsform insbesondere für Jungunternehmer wieder attraktiver gemacht werden.

Herabsetzung des Mindeststammkapitals
Das zur Gründung einer GmbH notwendige Mindeststammkapitals soll auf € 10.000,- abgesenkt werden (§ 6 Abs 1 GmbHG). Wie bisher soll dieses Mindeststammkapital nicht in voller Höhe, sondern nur zur Hälfte bar eingezahlt werden müssen (§ 10 Abs 1 GmbHG).
Die Herabsetzung des Mindeststammkapitals soll auch zu einer
Reduktion der dabei anfallenden Kosten (Notariatskosten) wegen der am Kapital anknüpfenden Tarife führen. Zusätzlich soll für die Gründung bestimmter Einpersonen-Gesellschaften mittels einer „Mustersatzung“ – also einer standardisierten Erklärung über die Errichtung der Gesellschaft – ein eigener, stark herabgesetzter Tarif eingeführt werden.

Wegfall der Gründungsanzeige in der Wiener Zeitung
Die Eintragung der neu gegründeten GmbH im Firmenbuch soll in Zukunft nur mehr über die Ediktsdatei und nicht auch über die Wiener Zeitung bekannt gemacht werden, was eine weitere Reduktion der bei der Gründung anfallenden Kosten bedeutet.

Senkung der Mindest-Körperschaftssteuer
Die gesetzliche Anknüpfung der Mindest-Körperschaftssteuer an die Mindesthöhe des Stammkapitals einer GmbH bewirkt unmittelbar eine Änderung der Mindeststeuer gem. § 24 Abs. 4 KStG von EUR 1.750,-- auf EUR 500,--. Um einen erheblichen administrativen Aufwand aus der unterjährigen Absenkung des gesetzlichen Mindeststammkapitals zu vermeiden, soll für das Jahr 2013 keine Änderung eintreten, wenn der Bescheid zur Festsetzung der Mindeststeuer bei Inkrafttreten des GesRÄG bereits erlassen worden ist.

Autor: Christoph Luegmair (Linz)